#2 Quick Hits: MLS, Stephen Curry, Adam Silver & More

June 11, 2017

Quick Hit #1

 

Vor ein paar Wochen wurde eine zukĂŒnftige Erweiterung der Zusammenarbeit zwischen der NFL und der Perform Group vermeldet. Doch dabei nimmt das britische Medienunternehmen weder die Rolle des Rechteverwerters als Distributor ein noch ĂŒbernimmt es die Produktion der Spiele, was eine weitere Kernkompetenz des Unternehmens wĂ€re. Stattdessen ĂŒbernimmt die Perform Group sowohl die TV-Rechte-Vermarktung als auch die Promotion des OTT-Angebots "NFL League Pass" fĂŒr mehr als 100, eher weniger attraktive LĂ€nder und Territorien außerhalb der USA und Europa. Vor dem Hintergrund, dass diese AktivitĂ€ten bisher nicht zum KerngeschĂ€ft der Perform Group gehörten, sehe ich dies als eine interessante Entwicklung und frage mich, ob dieses neue AktivitĂ€tsfeld einen nĂ€chsten Schritt der aggressiven Expansionsinvestitionen der letzten Monate darstellt und die Rolle des RechtehĂ€ndlers bzw. -vermarkters zukĂŒnftig ein fester Bestandteil des Dienstleistungsportfolios einnehmen könnte.

 

 

 

Quick Hit #2

 

Zu sagen, dass die kĂŒrzlichen Auftritte von Anastacia und Helene Fischer im Rahmen der Halbzeitpausen in der Bundesliga und dem DFB-Pokalfinale mit Skepsis beurteilt wurden, ist wohl eine Untertreibung. Was mich an der ganzen Debatte jedoch ein wenig gestört hat, ist, dass bei der öffentlichen Diskussion immer wieder von “Kommerzialisierung” gesprochen wurde. Meiner Meinung nach fallen derartige Show-Acts eher in die Kategorie “Eventisierung” und ich sehe einen klaren Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen. In zahlreichen BeitrĂ€gen und TV-Diskussionen wurde immer wieder die Frage gestellt, warum diese Eventisierung in den USA funktioniert und in Europa und speziell in Deutschland nicht. Meine Erfahrung aus den USA sind, dass die dortigen Fans den Stadionbesuch auch (und manchmal vor allem) als “Social Gathering” mit Freunden und Familie betrachten. Das Sportereignis an sich kann dabei sogar in den Hintergrund treten und zusĂ€tzliches Entertainment in Form von Halbzeitshows o.Ä. sind mehr als willkommen. Die GrĂŒnde dafĂŒr sind vielschichtig und wĂŒrden den Rahmen hier sprengen, aber eine geringere Identifikation der Fans mit den Vereinen im Vergleich zu individuellen Spielern und der Sportart bzw. -ligen, sowie die hohen Ticketpreise in den USA sind dabei meiner Meinung nach nur der Anfang. Und ja, die nordamerikanische Gesellschaft hat eine höhere Akzeptanz gegenĂŒber der “Kommerzialisierung” und höhere Konsumbereitschaft gegenĂŒber den beworbenen Produkten. Jedoch findet diese Art der Monetarisierung des Sports eher im TV (oder dem jeweiligen Distributionsmedium der Bewegtbilder) statt als vor Ort im Stadion.

 

 

 

Quick Hit #3

 

ESPN ist fĂŒr mich ein faszinierendes Thema, welches ich sowohl fĂŒr meine anstehende Master Thesis als auch fĂŒr ausfĂŒhrlichere Blogs in Zukunft fest im Auge habe. Jedem, der sich ein bisschen fĂŒr das Network und allgemein fĂŒr den nordamerikanischen TV-Markt im Sport interessiert, kann ich die Oral History von James Andrew Miller ĂŒber den selbsternannten “Worldwide Leader in Sports” (Those Guys Have All the Fun: Inside the World of ESPN) empfehlen.

 

ZurĂŒck zum “Quick Hit”, Analyst Brian Wieser von Pivotal Research Group berichtete nun auf Basis der neuesten Nielsen-Daten, dass die Abonnentenzahlen von ESPN (-3,8%) und ESPN2 (-3,7%) im Mai noch stĂ€rker gesunken wĂ€ren als erwartet und dabei auch weit ĂŒber dem Durchschnitt anderer Kabelanbieter (-2,9%) liegen wĂŒrde. Soweit nichts Neues, aber interessant ist, wie vehement die Verantwortlichen der Sportsender im Vergleich zu frĂŒher versuchen, die Deutungshoheit ĂŒber die Daten zu behalten. Man siehe nur Michael Mulvihill von Fox Sports (Executive VP Research, League Operations, and Strategy):

Der zu diesem Thema verfasste Beitrag der New York Post ist extrem irrefĂŒhrend (Year-over-Year vs Month-over-Month), was auch den Kommentaren zu dem Tweet zu entnehmen ist, sodass ich mich in diesem Fall auf die Seite von Herrn Mulvihill stellen möchte. Schlussendlich muss man auch noch darauf verweisen, dass die Nielsen-Daten bislang keine Abonnenten der OTT-Plattformen wie Hulu, YouTube TV, Sling TV und PlayStation Vue berĂŒcksichtigen.

 

 

 

Quick Hit #4

 

Als ich den sehr lesenswerten Artikel von Florian Oediger von SPONSORs ĂŒber die Ambitionen und den aktuellen Stand der nordamerikanischen MLS gelesen habe, konnte ich mir ein kleines Grinsen nicht verkneifen: Im MĂ€rz und April habe ich eine Potenzialanalyse des nordamerikanischen Markts fĂŒr eine deutsche Sportmarketingagentur angefertigt und mich im Rahmen dessen Ă€ußerst detailliert mit der MLS auseinandergesetzt. Der Inhalt und die Schlussfolgerungen des Berichts von SPONSORs decken sich nahezu identisch mit meiner Analyse und hĂ€tte mir eine Menge Zeitersparnis in der Recherche beschert, wĂ€re dieser ein paar Wochen frĂŒher veröffentlicht worden.

 

Meine drei grĂ¶ĂŸten Take-Aways ĂŒber meinen Deep-Dive in die MLS:

     

 

  • Der Sport und die Liga ist trotz des anscheinenden Medienhypes (das “FrĂŒhlingsloch” in der nordamerikanischen Sportlandschaft von Februar bis April hat dazu sicherlich beigetragen) eine absolute Nischensportart in den USA und noch weit davon entfernt, von der breiten Gesellschaft “akzeptiert” zu werden.

  • Aus wirtschaftlicher Sicht denke ich, dass sich das Schicksal der Liga in den nĂ€chsten 3-5 Jahre entschieden wird. Durch die in den letzten Jahren abgeschlossenen Medien- und SponsoringvertrĂ€ge herrscht fĂŒr diesen Zeitraum finanzielle Planungssicherheit und es herrscht eine große Investitionsbereitschaft der Franchisebesitzer. Wir im Bericht erwĂ€hnt wurde, ist die MLS keine profitable Liga und hĂ€lt sich zum jetzigen Zeitpunkt zum großen Teil durch die enormen “Expansion Fees”, auf die sich die Liga wohl noch bis 2024 (mit dann 28 Teams) verlassen kann.

  • Die MLS setzt voll auf die “hispanischen Millennials” als deren primĂ€re Zielgruppe. Eine stark wachsende, technologisch affine demographische Gruppe, aber nicht unbedingt der gesellschaftliche Mainstream.

   

Zum Schluss möchte ich mich nochmal auf den SPONSORs - Artikel beziehen: Ich glaube, der neue TV-Vertrag zwischen der US Soccer Federation (USSF) und den drei TV-Networks beinhaltet neben der MLS auch viele LĂ€nderspiele der Damen- und Herrennationalmannschaften der USA. Vor dem Hintergrund, dass vor allem die US-Frauen sehr erfolgreich sind, kann man wohl davon ausgehen, dass von der jĂ€hrlichen Gesamtsumme i.H.v. USD 90 Million ein nicht unerheblicher Teil der Einnahmen bei der USSF verbleibt und somit den Deal fĂŒr MLS weniger attraktiv als auf den ersten Blick macht.

 

 

Quick Hit #5

 

Under Armour hat pĂŒnktlich zu den NBA Finals 2017 die vierte Auflage der Signature Shoes von Stephen Curry herausgebracht. Nachdem die bisherigen Modelle einen durchaus schweren Stand gegen die Konkurrenz von Nike und Adidas hatten, glaube ich, dass die UA Curry 4 (Release Date: Oktober 2017) durchaus die Chance haben, auf bessere Resonanz bei den Kunden zu stoßen. Zumindest sollte das neue Modell den Spott vermeiden können, den zum Beispiel die “Chef Edition” der  UA Curry 2 (Release Date: Oktober 2015 - $130) gerechtfertigterweise abbekommen haben. Ich bin großer Fan der Fitnessbekleidung von Under Armour und bevorzuge diese gegenĂŒber den der anderen beiden Platzhirschen im SportartikelgeschĂ€ft. Mit den Schuhen von UA konnte ich mich jedoch bisher nie anfreunden und habe selber auch noch kein einziges Paar ausprobiert geschweige denn ausprobiert. Currys sportlicher Erfolg auf dem Court ĂŒber die letzten beiden Jahre hat die Schuhmodelle trotz des mangelhaften Designs zum grĂ¶ĂŸten Wachstumstreiber von Under Armour gemacht. (Die von Curry aufgrund seiner chronischen Knöchelprobleme bevorzugten sperrigen “High-Tops” sind sicherlich eine weitere Herausforderung fĂŒr Under Armour.) Die schleichenden SchuhverkĂ€ufe des aktuellen Schuhs ihres Top-Athleten, den UA Curry 3 (Release Date: Oktober 2016 - $140) sowie dessen VorgĂ€nger, den UA Curry 2.5 (Release Date: Mai 2016 - $135)Â ĂŒber das letzte Jahr sollen auch der Hauptgrund fĂŒr das verringerte Wachstum und den daraus folgenden eingebrochenen Aktienkurs des amerikanischen Unternehmens aus Baltimore gewesen sein.

 

 

Vor dem Hintergrund, dass der Sponsorenvertrag von Stephen Curry (2016 - 2024) neben der jĂ€hrlichen Überweisung i.H.v. EUR 12 Million auch ein umfangreiches Aktienpaket beinhaltet, hat der 29-jĂ€hrige ein gewisses Interesse, dass das jetzige Modell die Kehrtwende bedeutet - meiner Meinung nach ist der UA Curry 4 ein deutlicher Fortschritt.

 

 

 

Quick Hit #6

 

Nachdem NBA Commissioner Adam Silver in einem Interview mehr oder weniger zugab, einen heimlichen Twitter-Account zu haben, hat es nicht lange gedauert bis der “investigative Twitter-Journalismus” zugeschlagen hat und der nun ehemals heimliche Account wurde schnell identifiziert.

 

Das war's auch schon mit der ersten Ausgaben der Quick Hits. Ich hoffe, euch hat dieses Format gefallen. Mit dem Abonnieren meines RSS-Feeds oder meines Blog-Alerts bleibt Ihr immer auf dem aktuellsten Stand, sobald es etwas Neues von mir gibt. Wie immer wĂŒrde ich mich ĂŒber jegliche Diskussion oder Feedback freuen - egal ob direkt per Mail an yannick@offthefieldbusiness.de, als Kommentar auf der Startseite oder bei Twitter (@yannickramcke). 

 

 

 

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