#15 Quick Hits: Formel 1, MLB Playoffs & Amazon + Final Hits

October 31, 2017

In dieser Ausgabe der Quick Hits findet ihr meinen Kommentar zu den News der letzten Tage aus dem Sports Business: Formel 1 - Marketingchef bestätigt mittlerweile, was ich bereits letzte Woche vorhergesagt habe (#Nostradamus), in den MLB Playoffs scheint Geld doch Erfolg kaufen zu können (#NoSalaryCap) und auch Amazon zeigt, dass OTT-Streaming weiterhin erstmal mehr ein Nischenprodukt als eine echte Alternative bleibt (#BestScreenAvailable).

 

Zum Abschluss die zwei bekannten Segmente: Chart of the Week & Final Hits! LET'S GO!!

 

 

#1 F1-Marketingchef Bratches bestätigt Vorhaben einer eigenen OTT-Plattform

 

Ein paar schlecht gewählte Worte von Marketing-Chef Sean Bratches (“We are talking to Netflix about a collaboration from 2018 onwards [...] The internet is of great importance to use. We are in the development phase.”) im Vorfeld des GP von den USA und die Storylines waren perfekt: Die Rennen (!) der Formel 1 wird es ab kommender Saison auf Netflix geben. Eine exklusive Vergabe der Rennen an den Streaming-Giganten wurde zwar von Anfang an auch von den Medien nicht wirklich in Betracht gezogen. Jedoch hatte das F1-Management vermehrt und offen über ihren verstärkten Fokus auf die digitale Distribution ihres Contents und einer damit einhergehenden separaten Vergabe digitaler Medienrechte gesprochen. Natürlich heizten diese Aussagen die Spekulationen weiter an, ob und wie man dann zukünftig die Rennen der Formel 1 im Internet verfolgen könnte. Also warum eigentlich nicht bei Netflix?

Kurz gesagt: Netflix ist nicht an (äußerst kostspieligen) Medienrechten aus dem Sport interessiert. Aber was steckt hinter den Aussagen von Ex-ESPNer Bratches und was genau wird die Formel 1 nun mit den digitalen Rechten, die in der Vergangenheit von Ex-Boss Ecclestone förmlich zu den TV-Rechte für lau dazu gegeben wurden, anstellen? 

 

 

Keine Übertragung der Formel 1 via Internet in Konkurrenz zum TV-Programm

 

Der F1-Marketingchef ruderte schnell zurück und betonte, dass sich die Gespräche mit Netflix auf keine Übertragungsrechte von Rennen, sondern um das Geschehen neben der Rennstrecke drehen würden. Dies wäre ein weiterer Schritt im Rahmen der modernisierten und durchaus erfolgreichen Neuausrichtung der Social Media - Strategie unter der neuen Führung, die dafür auch schon zuvor von mir Lob erhielt. Nichtsdestotrotz kann man sich zwar als die “Königsklasse des Motorsports” bezeichnen, in der Social Media - Welt kann man das Gleich jedoch noch nicht behaupten:

 

 

Mit einer Netflix-Partnerschaft würde die Formel 1 jedoch anderen Organisationen aus dem Sport folgen, von denen es in den letzten Wochen fast täglich News bezüglich einer neuen Kooperation für “Original Content” gab: Unter anderem konnten sowohl Amazon (University of Michigan, Manchester City), Netflix (Juventus Turin) und Verizon via 90min (FC Barcelona) entsprechende Pläne verkünden.

Zudem verkündete Bratches, dass man ein potenzielles In-House OTT-Angebot nicht in Konkurrenz mit der TV-Übertragung stehen sollte. Das ist meiner Meinung nach vor dem Hintergrund, dass digitale Rechte im Sport bislang sowohl bezüglich der Reichweite als auch bezogen auf deren Bedeutung als Einnahmequelle für Sportorganisationen nahezu irrelevant waren, eine vernünftige Herangehensweise von Seiten der Formel 1. Egal wie omnipräsent Schlagworte wie “Digitalisierung”, “mobiler Medienkonsum” und der “Untergang des traditionellen TVs” in der öffentlichen Diskussion sind, Fakt bleibt, dass in Bezug auf Live-Sport meiner Meinung nach immer noch die Aussage gilt: “Best Screen Available” - Niemand schaut freiwillig auf seinem Smartphone oder Tablet, wenn der Flachbildschirm des TVs als Alternative bereitsteht.

Die Aussagen von Bratches stehen allerdings im Widerspruch zu dem, was in den USA geschah: Bei der Vergabe der Medienrechte ab der kommenden Saison, wollte die Formel 1 unbedingt die digitalen Rechte für die eigene Plattform behalten. Diese potenzielle Konkurrenz durch eine Eigenverwertung der Rechte durch die Formel 1 soll ein Grund dafür gewesen sein, warum der bisherige Rechteinhaber NBCUniversal aus dem Bieterprozess ausgestiegen war. Vor dem Hintergrund, dass der zukünftige Rechteinhaber der TV-Rechte ESPN nach der Akquisition von BAMTech mitten im Aufbau einer eigenen OTT-Plattform (Launch in 2018) steckt, kann ich mir nicht vorstellen, dass auf Seiten des Medienimperiums aus Bristol kein Interesse an den digitalen Rechten bestand und diese gerne ebenfalls erworben hätte. Somit scheint sicher: Die “neue” Formel 1 wird anders als in der Vergangenheit die Rechte zur digitalen Distribution nicht mehr für lau zu den TV-Rechten dazugeben.

 

 

Digitale Rechte werden nun ihren Preis haben

 

Ich habe bereits in der vergangenen Woche gesagt, dass man voraussichtlich im Einzelfall entscheiden wird, ob man die digitalen Rechte mit den TV-Rechten zusammen vergibt, oder zur Eigenverwertung auf der OTT-Plattform nutzt. Die Frage wird sein, ob man der Meinung ist, dass die erhaltenen Angebote diese Rechte genügend wertschätzen oder ob eine Eigenverwertung mehr Wert schaffen würde. Wie man es dabei jedoch löst, dass man “keine Konkurrenz für das parallel ausgestrahlte TV-Programm” darstellt, ist mir fraglich. Zur Not kann man wohl immer argumentieren, dass es zwei verschiedene Zielgruppen sind und man die Personen, die im Internet schauen, sowieso nicht über die Fernsehübertragung erreicht hätte .#Millennials

 

Meine getätigten Voraussagen für den deutschen Markt im Blog#14 sehe ich weiterhin als sehr wahrscheinlich an. Jedoch sollte Sky Deutschland nicht davon ausgehen, dass sie die Rechte zur Verwertung auf ihrer SkyGO-Plattform wie in der Vergangenheit für den schmalen Taler bekommen werden. Kombiniert mit dem Umstand, dass Deutschland ein sehr etablierter Markt für die Formel 1 ist und man Fans voraussichtlich für eine günstigere Alternative zum Verfolgen der Rennserie im Vergleich zu einem kompletten Sky-Abo begeistern könnte, wird die Formel 1 durchaus großes Interesse an einer digitalen Eigenverwertung haben. Daher könnten wir uns in Deutschland in einer ähnlichen Situation wie in den USA wiederfinden. Dann wären wir auch hier wieder bei dem Thema “nicht in Konkurrenz stehen”. Es bleibt spannend!

 

 

Formel 1 mit offizieller Ausschreibung für OTT-Provider

 

Zudem bestätigte Bratches, dass man derzeit eine offizielle Ausschreibung auf dem Markt für einen OTT-Service-Provider für die eigene Plattform aktiv habe. Zwar könnten sich die Gespräche mit Netflix auch auf dieses Thema bezogen haben, denn Netflix wird nicht umsonst gemeinhin als Tech-Unternehmen wahrgenommen: Die technische Infrastruktur und Algorithmen der Streaming-Plattform gelten als technologisch führend und ist eine proprietäre Lösung, die In-House entwickelt wurde. Jedoch stellt diese eine der Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens dar und wurde daher bisher nicht öffentlich auf dem Markt als White-Label Solution für externe Interessenten angeboten. Zudem ist zu bedenken, dass die Netflix-Plattform, die auf Cloud-Kapazitäten von Amazon Web Services (AWS) zurückgreift, bislang nicht im Umfeld von Live-Events aus dem Sport getestet wurde. Der punktuell explodierende Traffic zum Zeitpunkt des Events ist der Grund für die zahlreichen Schwierigkeiten von Streaming-Plattformen wie DAZN, Eurosport Player oder NFL Game Pass in der Vergangenheit. Bei einem Video-on-Demand Entertainment-Angebot wie Netflix oder MaxDome hingegen ist der Traffic weitaus ausgeglichener und auf eine Vielzahl von Programminhalten verteilt. Nichtsdestotrotz sollte die Formel 1 kein Problem haben, ausreichend Interesse bei anderen, auf Sport spezialisierten Anbietern zu generieren, wenn man zum einen das monetäre Volumen eines eventuellen Mandats sowie die Vielzahl an (potentiell interessierten) Wettbewerbern auf diesem Markt betrachtet: NeuLion, BAMTech, Deltatre, Perform Group, OverTier, Turner’s iStreamPlanet, NBC’s Playmaker, … die Liste ist lang.

 

Da das Management die enorme Menge an Daten betont, die das Fan-Erlebnis im Rahmen der Formel 1 revolutionieren soll, fällt mein Tipp auf Sportradar. Zwar ist die auf dem Markt angebotenen OTT-Lösung des Unternehmens aus der Schweiz noch relativ neu und kam erst in Folge der Übernahme der österreichischen Sportsman Media Holding (#Laola1.TV) zustande, man konnte jedoch bereits Großkunden wie den Handball-Weltverband EHF, die European Hockey Federation und die International Tennis Federation (ITF) gewinnen. Vor allem den enormen Fokus auf Data Analytics sehe ich hier als Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz und als äußerst attraktiv für die F1.

 

 

 

#2 Dominanz der Big Markets aufgrund eines fehlenden Salary Caps in der MLB?

 

Naming Rights sind unter MLB Ballparks eigentlich fest etabliert - 22 der 30 Team haben mittlerweile von dieser zusätzlichen Einnahmequellen Gebrauch gemacht. Mit den LA Dodgers, New York Yankees und den Chicago Cubs standen jedoch gleich drei Franchises unter den letzten vier Teams in den derzeitigen Playoffs, die auf diese Einnahmen bislang verzichtet haben.

 

(Zumindest die Dodgers und Yankees scheinen diese Option jetzt aber wohl doch ernsthaft in Betracht zu ziehen.)

 

 

“Local Revenue” macht den Unterschied in der MLB

 

Die Einnahmen aus der Vergabe von Naming Rights zählen in der MLB unter die Kategorie der sogenannten “Local Revenues”, welche im Vergleich zu der NBA, der NFL und NHL komplett bei der jeweiligen Franchise verbleiben und nicht ganz oder teilweise in den Topf für das ligaweite Revenue Sharing wandern. Wenn man zudem bedenkt, dass die MLB die einzige US Major League ist, die auf jegliche Form eines Salary Caps verzichtet, ist es durchaus verwunderlich, dass manche Franchises anscheinend nicht alles versuchen, um die ungeteilten (lokalen) Einnahmen zu maximieren. Dabei würde ein potentielles Namensschild am Dodgers Stadium, Wrigley Field oder am Yankees Stadium mit Sicherheit den bisherigen Rekord-Deal für das Citi Field der New York Mets (USD 20 Mio. pro Jahr) in den Schatten stellen können.

Anders als die NFL und die NBA ist Baseball jedoch kein nationaler Sport, sondern ist in den USA immer noch ein lokaler Sport, der seine Einnahmen vor allem durch Ticketerlöse, teamspezifische statt ligaweite Sponsorships und vor allem lokale TV-Verträge generiert. Diese Einnahmen können dabei als direkte Funktion der Größe des Marktes, in dem sich die jeweilige Franchise befindet, gesehen werden.

Hier liegt meiner Meinung nach auch der Grund für den bisherigen Verzicht: Die drei Teams zählen zusammen mit den Boston Red Sox, die bislang ebenfalls auf ein Namensschild am altehrwürdigen Fenway Park verzichtet haben, zu den umsatzstärksten Franchises der Liga und haben es schlichtweg aufgrund ihrer Marktgröße, Tradition und Brand-Stärke nicht nötig, Naming Rights zu vergeben um dennoch an der Spitze der Umsatzliste zu stehen und die höchsten Spielerausgaben problemlos finanzieren zu können.

 

Ein Beispiel: In der MLB werden die ligaweiten USD 1,55 Mrd. pro Jahr in nationalen TV-Einnahmen im Rahmen eines 8-Jahresvertrags mit ESPN, Fox und Turner gleichmäßig auf alle 30 Franchises aufgeteilt - macht also rund USD 52 Mio. pro Saison für jedermann. Während diese Einnahmen bei Teams wie den LA Dodgers (USD 334 Mio), LA Angels (USD 150 Mio.) und NY Yankees (USD 190 Mio.) deutlich durch den jeweiligen lokalen TV-Deal (definiert als Durchschnitt des gesamten Vertragsvolumens über die Vertragslänge) in den Schatten gestellt werden, sind Teams aus kleineren Märkten wie u.a. die Colorado Rockies (USD 20 Mio.) und Kansas City Royals (USD 20 Mio.) enorm auf die Zentralvermarktung der nationalen Medienrechte angewiesen, um die ohnehin bereits weitaus geringeren Spielerausgaben überhaupt finanzieren zu können.

Die Kombination aus der enormen Wichtigkeit lokaler Faktoren, einer beschränkten Umverteilung von Einnahmen und einem fehlenden Salary Cap favorisiert Big Market Teams enorm und man sollte denken, dass die Dominanz dieser Teams wie in den diesjährigen Playoffs die Regel darstellen sollte.

 

 

 

MLB World Series auch ohne die NY Yankees ein Hit für FOX

 

Hätte Fox als Rechteinhaber für die plattformneutrale Übertragung der World Series das aus deren Sicht favorisierte Match-Up zwischen den LA Dodgers (Media Market #2 und höchste Payroll mit USD 265,2 Mio.) und den NY Yankees (Media Market #1 und zweithöchste Payroll mit USD 224,5 Mio.) bekommen, wäre dies jedoch das erste Mal seit 1999, dass die beiden Team mit den höchsten Spielerausgaben im Finale aufeinandergetroffen wären. Damals konnten sich die NY Yankees (USD 88,2 Mio.) deutlich mit 4:0 gegen die Atlanta Braves (USD 74,9 Mio.) durchsetzen.

 

Nichtsdestotrotz machten in diesem Jahr mit New York, Los Angeles, Chicago und Houston die vier größten Metropolregionen der USA, die insgesamt 16.3% aller TV-Haushalte in den USA (18,7 Mio. HHs) auf sich vereinen, den World Champion unter sich aus. Auch wenn es mit den Houston Astros dabei der Anwärter mit der mit Abstand kleinsten Payroll (USD 117,8 Mio.) und Media Markt (#9) unter den letzten Vieren in das Finale geschafft hat, kann Fox mit bisherigen und kontinuierlich steigenden Einschaltquoten von 15,47 Mio. (Game 1), 16,02 Mio. (Game 2) und 16,16 Mio. (Game 3) bevor Game 4 (15,90 Mio.) äußerst zufrieden sein. Nach dem Sieg der Astros am Sonntag in Spiel 5 und dem Zurückholen der 3:2 - Führung in der Serie kann der Sender von Rupert Murdoch zudem auf eine spannendes Ende der Serie hoffen. Das wäre nach den eher negativen Nachrichten aus den letzten Wochen wie den neuen Details zur Saga um Bill O’Reilly, dem potentiellen Scheitern der Übernahme der britischen Sky-Gruppe oder der verfehlten Qualifikation der US-Nationalmannschaft für die Fußball-WM im kommenden Jahr mal etwas Positives aus dem Hause von 21st Century Fox.

 

 

 

#3 Amazon-Update: Digitale Medienrechte weiterhin ein Nischenprodukt

 

Einen nächsten Anhaltspunkt über den Status des Abenteuers “NFL” gab es von Amazon am vergangenen Donnerstag im Rahmen des Conference Calls zum dritten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres. Die neuen Informationen hielten sich dabei zwar in Grenzen, aber man kommunizierte zumindest, dass die bisherigen vier Spiele (ohne Dolphins @ Ravens vom vergangenen Donnerstag) von insgesamt 7,1 Mio. Zuschauern über die Amazon Prime Video-Plattform verfolgt wurden und dabei Personen aus insgesamt 187 Ländern bzw. Territorien erreicht wurden. Zumindest die zweite Zahl finde ich dabei schon ziemlich bemerkenswert.

 

 

Im Vergleich zu Twitter, die das Rechtepaket mit den zehn Thursday Night Football Games im letzten Jahr innehatten, ist weiterhin das Engagement mit durchschnittlich über 50 Minuten pro Zuschauer beeindruckend. Auch bei der durchschnittlichen Zuschauerzahl kann man bislang den Konkurrenten um CEO Jack Dorsey klar schlagen. Den Sieg bei den gestarteten Streams scheint Amazon höchstwahrscheinlich aufgrund der Prime-Paywall zu verspielen, weshalb hier jedoch keine absolute Vergleichbarkeit gegeben ist. Dementsprechend gerne wird der direkte Vorjahresvergleich auch von Amazon-Offiziellen bei öffentlichen Mitteilungen gezogen:

 

 

 

Digitale Distribution weiterhin ein Nischenprodukt bei Premium-Live-Sport

 

Worauf ich allerdings den Fokus legen möchte ist die allgemein geringe Penetration des digitalen Distributionskanals. Während gemeinhin der Untergang des traditionellen TVs durch die Konkurrenz von Netflix, MaxDome, Amazon Prime Video & Co. sowie dem sich in Richtung mobiler Endgeräte und verkürzten Aufmerksamkeitsspannen verschiebenden Konsumverhalten herbeigeschrien wird, bin ich überzeugt, dass sich diese Tendenz beim Konsum von Live-Sport noch für Jahre nicht bewahrheiten wird.

Wenn man neben dem Amazon-Stream noch die digitalen OTT-Plattformen von CBS, die für alle TV-Zuschauer in den USA frei zugänglich sind, dazu nimmt, kommt man bei den TNF Games in dieser Saison auf ca. 3,5% Anteil für die Nicht-TV Distribution.

 

Ich habe in Item#2 von “plattformneutraler Übertragung” bezüglich der MLB gesprochen, denn Fox übertragt die MLB World Series zusätzlich zum TV-Signal über ihre diversen digitalen und mobilen Plattformen. Jedoch ähnlich wie beim Experiment der NFL mit Amazon, bleibt dieser Distributionskanal mit 3,2% im Durchschnitt über die ersten drei Spiele auch hier ein absolutes Nischenprodukt, sollte der TV als Option zur Verfügung stehen. #BestScreenAvailable

 

Eine aktuelle Nielsen-Studie zeigt zudem, dass 90,5% der über Streaming Video-on-Demand (SVOD) Plattformen ausgestrahlten Inhalte über den traditionellen TV-Bildschirm abgerufen werden und somit lediglich 10,5% über das Smartphone, Tablet & Co. Was die traditionellen TV-Sender zusätzlich beruhigen sollte, ist, dass von diesem insgesamt konsumierten Inhalt lediglich 20% unter die Kategorie “Original Content” von den neuen Wettbewerbern fällt. Die restlichen 80% sind klassisches TV-Programm, welches lediglich über ein anderes Distributionsmedium abgerufen wird. Die Aussage, dass der Konsument weiterhin den “Best Screen Available” wählt, wird meiner Meinung nach noch lange Bestand haben und wir werden auch in 5-10 Jahren noch Premium-Sport auf ESPN, CBS, ARD, ZDF & Co. sehen.

 

 

Können Sky UK und BT Sports durchatmen?

 

Im Rahmen des Conference Calls von Amazon wurde zwar betont, dass man weiterhin in Videoinhalte investieren werde und dieses Commitment im folgenden Jahr auch noch weiter ausbauen werde, jedoch kam diese Aussage nicht wie die anderen Statements bezüglich der NFL vom Sportchef von Amazon Jim DeLorenzo, sondern von Amazon CFO Brian Olsavsky. Somit ist es schwer herauszulesen, ob sich diese Aussagen auf weiteren Premium Live-Sport bezogen haben oder nicht. Diesbezüglich gab es ja zum Beispiel mit der englischen Premier League aufsehenerregende Gerüchte in den letzten Wochen. Nachdem ich mich bereits in der Vergangenheit klar positioniert hatte, dass ich die nationalen Live-Rechte, die derzeit bei Sky UK und BT Sports liegen, nicht im Rahmen des Möglichen für die Internetgiganten sehe, wurde dies nun von einer neuen Studie aus dem Hause Enders bestätigt. Auch meine Vermutung, dass ein Angriff auf die internationalen Rechte der EPL aufgrund der Akquisitionskosten und der allgemeinen Geschäftsmodelle von Facebook und Amazon wahrscheinlicher ist, teilen die Analysten mit mir. Vielleicht sollten also Wettbewerber wie DAZN und NBC als Rechteinhaber der EPL in Deutschland bzw. den USA die neue Konkurrenz aus dem Internet mehr fürchten als Sky UK und BT Sports.

 

Auch wenn es mich gefreut hat, dass die neue Studie so ziemlich alles bestätigt hat, was ich bereits eine Woche zuvor thematisiert hatte, bleibt mir eine Aussage aus dem Report schleierhaft:

 

 

Auf isolierter Basis sind die EPL-Rechte bereits ein unprofitables Geschäft für Sky UK und BT Sports, dienen jedoch als “Anker-Recht” für deren umfassende Programmpakete. Durch diese Bündelung schaffen es die Unternehmen, dass Kunden auch für weniger attraktive Sportarten zahlen müssen, wenn sie die Premier League verfolgen möchten. Der Trend der “Skinny Bundles” oder sogar “A-la-Carte”-Angeboten stellt jedoch eine große Gefahr für dieses attraktive Geschäftsmodell dar und selbst Sky UK scheint sich diesem Trend mit den vor Kurzem gelaunchten und einzeln erwerbbaren sportarten- und ligenspezifischen Channeln widersetzen zu können. Das bedeutet wahrscheinlich noch weniger Spielraum bei den Akquisitionskosten von EPL-Rechten.

 

 

#4 Chart of the Week

 

Das gewählte Chart für diese Woche aus der Twitter-Welt kommt von H/T @howmuch_net, die die bestverdienenden Athleten des aktuellen Jahres entsprechend ihrer sportbezogenen Gehälter (x-Achse) und Einnahmen aus persönlichen Testimonial- und Endorsement-Deals (y-Achse) visuell ansprechend gegenübergestellt haben:

 

Meine drei Take-Aways:

 

Take-Away #1

Egal ob es sich um Athleten aus der NFL oder NBA handelt, Sportarten mit Salary-Cap haben bei ca. USD 30 Mio. Jahresgehalt ihr Limit erreicht. Da diese Höchstgrenzen von Gehältern allerdings vom Gesamtumsatz der Ligen abhängig sind, wird sich dies in naher Zukunft durch die gestiegenen Einnahmen in der NBA und den bereits geschlossen Mega-Verträgen von zum Beispiel Russell Westbrook (Oklahoma City Thunder) und James Harden (Houston Rockets) gepaart mit jeweils einem äußerst lukrativen Ausrüster-Deal von Nike’s Jordan Brand bzw. Adidas bald ändern.

 

Take-Away #2

Fußball scheint das Beste aus beiden Welten zu sein: Theoretisch unbegrenztes Jahresgehalt und ein globaler Sport, der für die werbetreibende Industrie weltweit bekannte Testimonials liefert.

 

Take-Away #3

Spieler aus der MLB mit fehlendem Salary-Cap zeichnen sich wenig überraschend vor allem durch sportbezogene Einnahmen aus.

 

 

 

#5 Final Hits

 

#1 Betting Industrie als willkommener Partner im englischen Fußball

Trotz der Distanzierung des englischen Fußballverbands FA nehmen nicht nur (vor allem unterdurchschnittliche) Teams aus der Premier League das Geld von Wettanbietern weiterhin mit offenen Armen an, sondern mit derartiger Werbung in 95% der TV-Übertragung von Fußballspielen in Großbritannien kann man auch der TV-Industrie nicht vorwerfen, dass man das Einnahmenpotenzial diesbezüglich nicht bis auf Letztes ausreizen würde.

 

#2 Mobile Streaming-Rechte endlich mit Wertanstieg wie beim TV?

Man darf gespannt sein, ob die nun auf den Markt kommenden mobilen Streaming-Rechte der NFL endlich an dem enormen Preisanstieg, den man vor allem bei den TV-Rechten beobachten konnte, partizipieren werden. Da man kontinuierlich von “Digitalisierung” und “mobilem Medienkonsum” hört, sollte eine derartige Entwicklung eigentlich längst überfällig sein.

 

#3 "Pivot-to-Video" Is For Real!

Man weiß, dass der Industrie-weite Trend “Pivot-to-Video” Realität ist, wenn nun selbst LinkedIn in Zukunft vermehrt auf Videoinhalte setzen möchte. Zumindest eine aktive Rolle auf dem Markt für Sportrechte schloss man jedoch nach kurzer Unklarheit dann doch energisch aus, aber Facebook, Amazon, YouTube, Netflix & Co. dürften trotzdem nicht begeistert sein, den nächsten Konkurrenten im Kampf um die Aufmerksamkeit der Konsumenten begrüßen zu dürfen.

 

#4 Neue Ball-Lieferanten vor Bewährungsprobe

Mit Molten aus Japan und Derbystar unter Führung des dänischen Sportausrüsters Select Sport A/S wird man ab der kommenden Saison zwei neue Lieferanten für die offiziellen Match-Bälle in der Europa League bzw. der Bundesliga begrüßen dürfen. Ob man Kritik wie zuletzt von City-Coach Pep Guardiola an ein ungewohntes Spielgerät öfters sehen wird, bleibt abzuwarten. Falls doch, denke ich nicht, dass die Qualität nicht das Problem sein wird: Adidas und Nike waren und sind immer noch einfach zu allgegenwärtig, sodass eine Eingewöhnungsphase schlichtweg unvermeidlich sein wird.

 

#5 Amazon's NFL-Package vor dem Aus?

Amazon sieht die Übertragung von den insgesamt elf Spielen in dieser Saison (10x TNF + 1x Christmas Special) im Rahmen des USD 50 Mio. - Deals mit der NFL ja anscheinend durchaus als Erfolg, aber ob ein ähnlicher Deal in der kommenden Saison überhaupt wiederholbar ist, steht noch in den Sternen: Laut einem aktuellen Bericht sehen die NFL Owner das Auseinanderziehen des Spielplans und der damit einhergehenden "Over-Saturation" als einer der Hauptgründe für die seit 2015 sinkenden Einschaltquoten und fordern nun angeblich die Abschaffung von Thursday Night Football.

 

#6 Esports bei den olympische Spielen ohne das ganz große "Potential"?

Auch wenn die Diskussion über die Aufnahme von Esports im Allgemeinen und von sportbezogenen Videospielen wie FIFA im Speziellen in das olympische Programm konkreter werden, darf nicht vergessen werden, dass man damit nicht das “riesige Potential” des Esports abschöpft: Sports-Games wie FIFA, NBA2K oder NFL Madden sind auf dem Esports-Markt absolute Nischenspiele und können mit Titeln wie Dota 2, League of Legends und CS:GO sowohl in Sachen Zuschauerkonsum als auch bei der Anzahl der kompetitiv ausgetragenen Veranstaltungen bzw. Spiele nicht ansatzweise mithalten. Das “wahre” Potential liegt in den Bereichen von First-Person Shootern, Multiplayer Online-Battle Arenen und Strategy-Games.

 

 

 

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